"Auf dein Wort will ich die Netze auswerfen."

                                                                      Lukas 5,5

"Worte dringen täglich an mein Ohr..." So heißt es in einem christlichen Lied. Worte jedoch fallen auch in unser Blickfeld. Die Werbung schafft das gezielt und gekonnt. Mit Worten und Bildern werden wir eingefangen. Wir machen uns auf den Weg und schaffen das Neue an, auch wenn wir es nicht unbedingt brauchten. Was vielversprechend angeboten wird, muss doch auch für uns gut sein. So hoffen wir unseren Lebensstandard zu verbessern. Eben, wir sind immer noch offen für Neues. Man muss doch mit anderen Schritt halten, auf dem neuesten Stand sein.

Doch auf welche Worte hören wir? Ja, was wollen wir hören? Natürlich das, was uns ermutigt. Ein kleines oder großes Lob im Alltag tut uns gut. Wer uns zustimmt, den lassen wir gerne zu Wort kommen. Über nette Wünsche freuen   wir uns immer. Wenn es jedoch um kritische Bemerkungen geht, verschließen wir uns. Wer will sich schon etwas von andren sagen lassen? Sind wir nicht alle klug genug, auch wie wir mit uns und anderen umgehen? Wer hat da noch mitzureden? Wird nicht manches uns gegenüber unsachlich und übertrieben zur Sprache gebracht?

Doch welchen Worten können wir trauen? Wer äußert sich wirklich ehrlich im Gespräch mit uns? Wer kann denn halten, was er uns verspricht? Wer hat die Kraft das durchzusetzen, was er sich vornimmt?

Die Worte bei den Wahlreden sind doch weithin nur auf Stimmenfang aus. Wer in der Politik sich äußert, ist immer abhängig von den anderen, die sich mit ihm auf den Weg machen. In der Wissenschaft muss man kontrolliert nachfragen können, wer wie zu welchen Ergebnissen kommt, um nicht persönlichen Ansichten und Meinungen zu erliegen. Die großen Worte in der Wirtschaft garantieren noch keine Zukunft.   

Schon oft haben wir uns auf Menschen verlassen, ihren Worten geglaubt - und dann wurden wir doch enttäuscht. Ist das bei Gott und Jesus Christus anders?

Im Neuen Testament wird uns eine Geschichte erzählt. Jesus ist mit seinen Jüngern von Massen umdrängt. So bittet er die Jünger, sich mit ihrem Boot zur Verfügung zu stellen. Die Jünger, die Jesus mit seinen Worten und Taten schon kannten, willigten ein. So konnte Jesus ihr Boot zur Kanzel werden lassen. Er predigte den vielen Menschen das Wort Gottes. Danach wandte er sich zu den Jüngern, die die ganze Nacht vergeblich auf Fischfang waren. Er ermutigte sie, auf das Meer hinaus zu fahren und die Netze auszuwerfen - obwohl man am Tage keine Fische fängt.

Darauf fasst Petrus, als Sprecher des Jüngerkreises den Mut trotz vergeblicher Nacht und sagt:

"aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen"(Lukas 5,5).

Dann geschah es.  Die Jünger fuhren ins Meer hinaus, fingen eine große Menge Fische. Sie konnten die Menge nicht allein bergen. So riefen sie noch die Jünger im anderen Boot zur Hilfe. Als Ergebnis stellten sie fest: beide Boote waren so gefüllt, dass die Boote zu sinken drohten.

Aufgrund dieser Erfahrung fiel Petrus Jesus zu Füßen. Er bekannte sich als sündigen Menschen, der eigentlich nicht zu dem von Gott gesandten Jesus passt.

Überwältigt von Jesu Macht im Wort, die sich im Wunder des Fischfangs zeigte, erfasste die Jünger Staunen und Schrecken vor der Größe und Gottgleichheit Jesu. Als Dank verließen sie alles und folgen Jesus nach.

Das sind Erfahrungen, die jeder - wenn auch in anderer Situation auf andere Weise - heute mit dem Wort Jesu und dem Wort Gottes, wie wir es in der Bibel haben, machen kann:

Jesus Christus steht zu seinem Wort und er hat die Macht, umzusetzen und durchzusetzen, was er sagt. In seinem Wort liegt, wie es von Gott schon im Alten Testament belegt ist: die schöpferische Kraft zu verwirklichen, was er sagt.

Deshalb kann man sich auf das Wort von Gott und Jesus verlassen; denn er hält, was er verspricht. Diesen Worten, wie wir sie in der Bibel finden, kann man voll vertrauen, auch wenn immer noch vieles dagegen spricht. Petrus sagte: "aber auf dein Wort will ich ... "

Darum, wer sich täglich dem Wort Gottes aussetzt, es in sich aufnimmt und in sich wirken lässt, dem eröffnen sich Perspektiven, die uns hoffnungsstark im Jahr 2017 leben lassen.

 

Siegward Busat.