"Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und ich stehe nun hier, und bin sein Zeuge bei Groß und Klein.Apostelgeschichte 26,22
                                                

Jeder hat seine Vorstellung von Gott. Die meisten wissen, wie er sich zu verhalten hat und handeln müsste. Nicht umsonst kommen die Fragen auf:

"Warum Gott?"

"Warum bin ich dran und nicht er?"

"Wie kannst du das Leid in der Welt zulassen?"

"Wo bleibt deine Liebe zum Menschen und zur Welt"?

"Warum greifst du nicht ein und haust dazwischen, wenn Hunger, Ungerechtigkeit und Krieg Menschen platt machen?

So hat jeder seine Erwartungen an Gott, auch wenn er sich sonst nicht um Gott kümmert. Er soll helfen und muss helfen, wenn er Gott ist und Gott sein will. So bleiben viele in unserer Zeit im Fragen, wenn es um das Wohl des Menschen geht. Sie machen Gott Vorhaltungen. Ihre Kritik wird laut in der Welt und an der Kirche. Selbst vor überzeugten Christen hört weithin der Respekt im Alltag auf.

Da fällt dieses Wort von Paulus auf. Er sagt es im Gerichtsprozess, nach dem er sich auf den Kaiser berufen hat. König Agrippa und Festus werden Zeugen der Geschichte des Paulus. Was immer er auch im Einzelnen vorgetragen hat. ist nicht mehr voll auszumachen. Aber unverkennbar steht er zu seiner Geschichte. Sein Leben ist gezeichnet durch das Judentum: am achten Tage beschnitten, aus dem Volk Israel, vom Stamm Benjamin, ein Hebräer unter Hebräern, nach dem Gesetz ein Pharisäer, nach dem Eifer ein Verfolger der  Gemeinde, nach der Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, untadelig. So schreibt er es den Philippern(3,5-6).

Erst die Begegnung mit Jesus Christus brachte die Wende in seinem Leben. Nun bekannte und bezeugte er Jesus Christus, wo immer er hinkam: Er lebte das Evangelium mit allen Konsequenzen. Den Römern schreibt er:

"Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen"(Römer 1,16). In diesem Glauben und in dieser Gewissheit redet und wirkt

Ja, diese Überzeugung ist ihm nicht mehr zu nehmen, auch wenn er um des Evangeliums willen in existentielle  Krisen kommt. Den Korinthern gegenüber hält er es fest:

"Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängsten uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserem Leibe, auf dass auch das Leben Jesu an unserem Leib offenbar werde...wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert. Denn unsere Bedrängnis, die zeitlich und leicht ist , schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit.."(2. Korinther 4, 7-17).

Dieser Mann, dem um des Evangeliums nichts erspart blieb, kann im Rückblick auf sein Leben bezeugen:

"Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag."

Gottes Hilfe fällt immer wieder auch anders aus. Vielleicht werden unsere Erwartungen an das Leben enttäuscht. Doch Gott sieht in seinem Mühen um den Menschen und in seiner Liebe immer weiter als wir aus der Froschperspektive.

Er handelt oft anders als wir es von ihm erbitten. Aber in allem, was er uns gibt und ermöglicht, versagt oder noch nicht erfüllt, bleibt er der barmherzige Gott, der uns liebt - unendlich liebt.

Das hat Paulus in einem aufopferungsvollen Leben für Jesus Christus erfahren. Alle Widerstände, Höhen und Tiefen durch Menschen und Mächte konnten ihm letztlich nicht schaden. Er war geborgen in Gottes Hand - und dessen war er gewiss. So konnte er sich in allem Ergehen und Erleiden in der Grundüberzeugung seinen Weg gehen und durchhalten. Er macht es fest in dem Satz den Philippern gegenüber:

"...ich habe gelernt, mir genügen zu lassen, wie's mir auch geht. Ich kann niedrig sein und kann hoch sein; mir ist alles und jedes vertraut: beides, satt sein und hungern, beides Überfluss haben und Mangel leiden; ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht"(Philipper 4,11-1).

Wer in diesem Vertrauen zu Jesus Christus sein Leben durchhalten kann, der erfährt Gottes Hilfe in der Tiefe und Weite;

denn Gott hilft den Alltag zu bewältigen und der Zukunft des Reiches Gottes gewiss zu sein.

Worauf setzen Sie?

Siegward Busat.