"Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut"  Matthäus 2,10 

Es sind nicht die Sterne auf den Weihnachtsmärkten, in ihrer Farbenpracht und Beleuchtung. Es geht auch nicht um den Star, der am Himmel einer jungen Generation als Stern erscheint. Ebenso ist auch nicht der Liebste oder die Liebste gemeint, die man für einen hoffnungsvollen, zukunftsträchtigen Stern hält. Hier geht es um einen anderen Stern. Von ihm kann man bis heute nicht sagen, ob es sich um einen Stern, eine Sternenansammlung oder eine andere auffallende Lichtherrlichkeit handelte. Auf jeden Fall ist er für die in der Bibel namenlos genannten Magier im Osten ein Zeichen für einen neugeborenen König mit Weltperspektive. Dieses auffallende Himmelszeichen ist für diese Astronomen oder sind es nur Astrologen, ein Grund, sich auf den Weg zu machen.

Sie nehmen Geschenke mit, um den neuen König anzubeten. Wenn ein Weltherrscher sich mit einem solchen Zeichen im Universum anzeigt, dann gehört ihm unsere ganze Huldigung. Dann muss es sich um einen Hinweis Gottes handeln, der sich Heiden in den Werken der Schöpfung zu erkennen gibt(Römer 1, 19 - 21). Diese Erkenntnis Gottes nehmen sie auf. Ja, sie bestimmt ihre weitere Existenz. Dabei scheuen sie keine Mühe, nehmen alles an Unsicherheiten auf sich. So streben sie unentwegt ihrem Ziel zu. Dabei werden sie begleitet von dem Stern, der ihnen den Weg zeigt. In der Begleitung des Sterns auf den Höhen und Tiefen ihrer langen Wanderung können sie eine göttliche Bestätigung sehen, die ihnen Mut und Kraft gibt, nicht aufzugeben, bis sie den neuen Herrscher sehen. 

So kommen sie nach Jerusalem, dem religiösen Zentrum des Volkes Israel. Hier holen sie weitere Informationen beim König Herodes ein. Dieser ist zunächst betroffen von dem Ereignis,  gibt heimlich seinen Weisen den Auftrag nach dem Kind, dem neugeborenen König, zu forschen. Das Unternehmen gelingt. Bethlehem ist der Ort, der nun angestrebt wird. Mit der Weisung des Herodes machen sie sich auf den weiteren Weg. Wieder erscheint ihnen  der Stern als Wegzeichen zum Kind. Das macht ihnen bewusst, wir sind auf dem richtigen Weg. Tatsächlich: Bethlehem ist der Ort, an dem der neugeboren König zu  finden ist. Sie erleben: Dieser Stern, das göttlich gewirkte Zeichen am Himmel, bleibt vor der Geburtsstätte des neuen Königs stehen. So sind sie "hocherfreut". Der Weg war nicht umsonst. Sie gehen in das Haus oder in den Stall und finden  das Kind und seine Mutter Maria. Sie, die Heiden, fallen nieder vor dem Kind und beten es an. Sie sind am Ziel ihrer Reise. Das erkannte Zeichen Gottes hat sich als Wirklichkeit erwiesen.

Diesem Kind, dem neugeborenen König mit der ihm verliehenen Weltherrschaft, überreichen sie ihre Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Nach dem Ausleger William Barclay bringen sie damit zum Ausdruck:

Gold:Nach dem lateinischen Schriftsteller Seneca war es bei den Parthern Sitte, dass sich niemand dem König  ohne ein Geschenk nähern durfte. Gold, das königliche Metall, war so ein angemessenes Geschenk für die Könige unter den Menschen. Jesus ist somit zum König geboren und zur Weltherrschaft bestimmt.

Weihrauchwar eine priesterliche Gabe. Beim Tempeldienst und in der Darbringung von  Opfern wurde der süßduftende Weihrauch verwendet.  War die Aufgabe der Priester, den Weg zu Gott zu erschließen, so verdanken wir den Zugang zum lebendigen Gott diesem Kind, das Gott unter den Menschen bekannt machte und von sich aus sagte:  "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich"(Johannes 14,6).

Myrrhewar eine Totengabe und wurde zum Salben der Leichname verwendet. Damit wird schon zeichenhaft deutlich, diesem Kind bleibt das Kreuz nicht erspart. Zur Weltherrschaft geht es durch Leiden hindurch. Durch seine   Lebenshingabe am  Kreuz und durch die Auferstehung hat es für alle den Weg zu Gott freigemacht.

Somit bringen die Magier aus den Nationen, die ersten Heiden,  in Israel dem Kind Jesus  Huldigung und Anbetung. Sie  nehmen schon vorweg, was einst in der Zukunft sich erweisen wird:

"Alle Könige sollen vor ihm niederfallen und alle Völker ihm dienen"(Psalm 72,11).

Sie werden Zeugen für den König, der  die Weltherrschaft antritt. Zugleich bringen sie zum Ausdruck: die  Menschen werden durch ihn in letzter Dringlichkeit zu Gott gerufen. Sie belegen durch ihre Geschenke: In seiner Liebe zu allen Menschen nimmt er den Tod aller stellvertretend auf sich.                 

Und das  zum Heil für die Welt.

Was werden wir dieses Jahr dem Jesuskind, das der Herr der Welt ist, als Geschenk zu Weihnachten mitbringen?

 

Siegward Busat.