"Gott spricht:  Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde."  1. Mose 9,13                                                

Noch immer löst der Regenbogen in den Wolken  eine Faszination aus. Noch mehr zu bewundern ist es, wenn der Regenbogen sich in doppelter Weise zeigt. Dann staunen Kinder und Erwachsene. Selbst Ältere sehen darin ein wunderschönes Naturschauspiel. So wie der Regenbogen entdeckt wird, muss man sich schnell auf den Weg machen, um das Wunderwerk Gottes zu sehen, zu fotografieren und in sich aufzunehmen.  Oft sind es nur kurze Momente, in denen der Regenbogen uns Menschen erfreut. 

Jedes Mal spannt der Regenbogen sich am Himmel aus. Er versucht wie ein großer Halbkreis unsere sichtbare Erde zu umgeben, zu umschließen, zu schützen. So ist unsere Erde, auf der wir leben, wie von einer unsichtbaren Hand umhüllt und geborgen. Auch wenn uns das beim Entdecken des Regenbogens noch nicht einfällt oder nur viele beim dem Naturschauspiel stehen bleiben, so steht dahinter doch eine Geschichte.

Man müsste sich die Zeit einmal nehmen und zur Bibel greifen. Dort kann man im Anfang, 1. Mose 6 - 9, die Noah-Geschichte nachlesen. Dann wird uns deutlich, wie großartig Gott mit den Menschen und seiner Schöpfung umgeht.

Trotz aller Eigenwilligkeit und Eigenmächtigkeit des Menschen, die sich in zunehmender Bosheit untereinander zeigt, bietet Gott dem Bösen und allem Bösen einen Halt. Es überlässt die Menschen nicht dauerhaft sich selbst in ihren Sünden- und Schuldgeschichten. Da greift Gott ein. Wer sich nicht an ihm orientiert, wie es Noah mit seinen Söhnen und den Familien tat, der erfährt sein Nein, sein Gericht und wird weggerafft. Gott duldet es nicht, dass der Mensch sich über ihn hinweg setzt und Menschen und die Schöpfung zerstört.  Darum schafft er ein Ende den gelebten Gottlosigkeiten. Dafür steht die alle Welt umfassende und durchdringende Sintflut.  Alle Lebewesen sind davon  betroffen, nicht nur die Menschen. Nur Noah mit seinen Leuten und Tiere jeder Art werden paarweise, einschließlich der Opfertiere, verschont.

Nach dem Gerichtsvollzug schließt Gott mit der Erde einen Bund. Wohlgemerkt mit der Erde, also mit der von ihm geschaffenen Welt. Nicht der Mensch  gilt hier als Bundespartner, sondern die Erde. Sie scheint verlässlicher für Gott zu sein als der Mensch. Also unabhängig vom Menschen gilt dieser einseitig geschlossene Bund Gottes. Gott ist und bleibt in seiner Treue der Erde zugewandt.

Inhaltlich wird das gegenüber Noah ausgeführt. Nach dem er aus Dankbarkeit für die Rettung Gott einen Altar baut und Opfer bringt, nennt Gott ihm seinen Beschluss. Er gilt wie ein Bund, wie ein Testament , das allein in Gott seinen Ursprung  und seine Gewähr hat:

"Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen, um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des Menschen ist böse von Jugend auf... Solange  die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte,  Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht" (1. Mose 8, 21 -22).          

Bis heute hat Gott dazu gestanden. Die Erde als Ganzes ist seitdem erhalten geblieben. Nicht nur die Jahreszeiten, sondern auch die Fruchtbarkeit der Erde  erleben die Menschen bis heute als  ausreichenden Lebensunterhalt und große Bereicherung des Lebens.   

Sind auch Kulturen und Völker aufgrund ihrer Lebensgestaltung in der Geschichte untergegangen, geschieht in der Welt immer noch Hunger, Unrecht Krieg und Terror, so hat das alles die Zusage Gottes nicht beeinträchtigt. Eben: Gott ist verlässlich, auch wenn die Menschen sich immer wieder neu in Gottlosigkeiten verstricken und darin sich selbst und andere und die Schöpfung zugrunde richten.

 Gott kennt und durchschaut den Menschen in seiner letzten Tatsächlichkeit. Er sagt: "das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf." Mit dem "Dichten" ist das gesamte Denken und Planen gemeint; mit dem "Trachten" das  Streben, das, worauf er unbedingt aus ist. Das betrifft dann nicht erst die Erwachsenen. Schon bei Kindern können wir solches Verhalten festzustellen. Selbst die ältere Generation kann sich davon nicht freisprechen. 

Ist es nicht immer wieder so, dass der Mensch zuerst an sich denkt, seine Ziele im Blick hat und an seiner Selbstverwirklichung bastelt? Dabei gerät der Nächste und Fernste in der Welt aus seiner Sicht. Damit wird die praktische Verantwortung für den Andern aufgegeben, verfällt der Mensch letztlich dem Bösen. Immer wieder ist die Gefahr des Menschen gegeben wie schon vor der Sintflut: 

 "dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar"(1 Mose 6,5).  

Der Blick in die weltweite Wirtschaft und Politik, egal in welchem Staatssystem zeigt,  wie Menschen miteinander umgehen, sich ausbeuten, versklaven und töten. Immer wieder fällt auf: Das Böse kennt keine Grenzen und macht vor keinem Halt. Das Böse ist schon im Innersten, im Herzen als Willenszentrale des Menschen, vorhanden - schon seit der Geschichte von Adam und Eva bis hin zum Brudermord und  der kriegerischen Vergeltung, die den Tod anderer einkalkuliert. Immer wieder geht es darum: "dass  wir uns einen Namen machen"(1 Mose  11,4).

Aus diesem Dilemma kommt der Mensch erst heraus, wenn er sich in Ehrlichkeit Gott stellt, sein Schuldigsein vor Gott bekennt und Vergebung durch den Glauben an Jesus Christus annimmt. Erst da setzt eine neue Orientierung des Lebens ein und  das hat seine positiven weltweiten Wirkungen. Das hat die Missions - und Diakonie - Geschichte immer wieder bezeugt.

Unabhängig vom jeweiligen, auch boshaften Verhalten der Menschen, bleibt Gott  dennoch in Geduld seiner Erde treu. Sie  hat nicht die Dauer der Ewigkeit; denn es heißt "Solange die Erde steht"(1. Mose 8, 22). Was immer auch sein wird - wie grausam und gottlos: diese Erde bleibt bestehen bis Gott eine neue Welt in Gang setzt. Diese wird frei sein von jeglicher Art des Bösen und aller Bosheit. 

Eben: Leben in neuer Weise und voller Entfaltung.

Siegward Busat.