"Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende"  Prediger 3, 11

 

              

Wer das ganze Kapitel liest, in dem dieses Wort steht,  der kann nur staunen über die Nüchternheit des Verfassers. Er weiß, dass alles in dieser Welt begrenzt ist, wenn er schreibt: "Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde"(3,1).  Nichts hat also in dieser Welt die Dauer der Ewigkeit. Im Ablauf von Geburt und Sterben eines Menschen, kommt die Vielseitigkeit des Lebens zum Ausdruck. So zählt er auf: 

pflanzen und ausreißen, töten und heilen, abbrechen und bauen, weinen und lachen, klagen und tanzen, Steine werfen und Steine sammeln, herzen und aufhören zu herzen, suchen und verlieren, behalten und wegwerfen, zerreißen und nähen, schweigen und reden, lieben und hassen, streiten und friedlich sein.  Wenn es ums Recht geht,  wird ihm das Recht im Prozess verweigert und sonst erlebt er viel Gottlosigkeit. Selbst der Vergleich des Menschen mit dem Tier fällt auf, wenn er sagt: "der Mensch hat nichts voraus vor dem Vieh, denn es ist alles eitel"(3,19). "Es ist alles aus Staub geworden und wird wieder zu Staub"(3,20).

Doch bei dieser nüchternen Sicht verfällt er nicht der Resignation. Vielmehr rafft er sich dennoch auf und fasst sich: "dass es nichts Besseres dabei gibt, als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein jeder Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes"(3,12-13).