"Meine Seele wartet auf den Herrn mehr

als die Wächter auf den Morgen."               Psalm 130,6

Das mühevolle Warten kennen wir alle. Wir warten ungeduldig auf den Bus und die Straßenbahn. Wir stehen vor der Kasse bei real oder EDEKA und denken, hoffentlich geht es nicht so lange mit den Leuten vor uns.  Mancher sitzt im Wartezimmer und fürchtet sich vor dem Ergebnis des Arztes. Nicht wenige warten mit Schrecken auf die nächste Abrechnung für Gas und Strom.

Doch dann gibt es aber auch das hoffnungsvolle Warten. Wir denken an den Besuch, der sich angesagt hat. Wir denken an die Geschenke von lieben Menschen zu Weihnachten. Wir freuen uns auf den Freund, der schon lange nicht bei uns war. Wir warten auf die Post, das bestellte Paket und den Anruf der Kinder am Abend. Wir warten auf den Pflegedienst, der uns für die Nacht versorgt.

Warten kann schön sein. Es ist meistens mit  Spannung und auch mit Erwartungen verbunden. Wir richten sie an Menschen und Einrichtungen. Darin stecken unsere Wünsche, Zwecke, Ziele und was uns innerlich ausmacht. Eben das, was wir haben, reicht noch nicht aus; denn Leben will immer mehr sein. Leben soll immer über das Bisherige hinaus gehen.  Wenn das dann eintrifft, sind wir froh, dankbar, glücklich und zufrieden.