Jesus Christus spricht: "Es ist vollbracht!"  Johannes 19,30


"Geschafft" so kann es mancher Student nach der bestandenen Prüfung sagen.

"Geschafft" bringt auch der Montagearbeiter nach fünf Tagen anstrengender Leistung über die Lippen.

"Geschafft" sagt auch der Künstler erleichtert, wenn er sein  Werk zufrieden beenden kann.

Aber ob damit alle  Prüfungen geschafft sind, die Wochenarbeit für immer zurückgelegt werden kann oder der Künstler sich in seinem Schaffen zur Sprache brachte

- immer ist noch nicht alles erfüllt, vollendet. Die Welt und Wirklichkeit hat einen weiteren Horizont als das "Geschafft".

Der Student setzt sich mit neuen Informationen auseinander.

Der Montagearbeiter geht wieder auf Fahrt und der Künstler ist noch immer mit seinem Werk nicht am Ziel.

Anders ist es bei Jesus Christus.                

Er, durch den Gott die ganze Welt geschaffen hat, hat die ganze Welt auch mit Gott versöhnt.

Somit hat Jesus  sein Werk , den Auftrag Gotts erfüllt, für immer vollendet: "Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung"(2. Korinther ,19).

Das ist das Zeugnis des am Kreuz durch Menschen hingerichteten Gottessohns.

Im Gegenüber der spottenden Menschen ruft er aus: "Es ist vollbracht!"

Er könnte auch sagen:

Ich habe mich ganz eingebracht, für alles durch mich Geschaffene. Ich habe alles erbracht, was die Menschen Gott versagten und immer neu versagen. Ich habe das geleistet, was Engel, Geister, und Dämonen Gott verweigerten.

Dieses Eine und Ganze ist und bildet im Leben Jesu eine Einheit : das Vertrauen zum Schöpfer der ganzen Welt, der totale Gehorsam dem Herrn der Weltgeschichte gegenüber und das Durchhalten der ungestörten Beziehung zu Gott.

So weiß sich Jesus Christus mit dem Vater im Himmel eins im Denken, Wollen, Reden und Tun. Er sagt schon den Menschen seiner Zeit und somit aller Zeit: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut in gleicher Weise auch der Sohn" (Johannes 5,19). Und im gleichen Evangelium lesen wir: "Ich und der Vater sind eins"(Johannes 10,28).

Einst im Garten Eden schuf Gott den Menschen als Mann und Frau. Gott setzte den Menschen in die Beziehung zu sich. In der Sprache der Bibel heißt es: "und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase...so ward der Mensch    ein lebendiges Wesen"(1 Mose 2, 6-7).

Zugleich gab er dem Menschen den  Auftrag, in der Schöpfung an seiner Stelle die Herrschaft zu  übernehmen, "über  die Fische...die Vögel...und...alles Getier"(1 Mose 1,28). Zugleich nahm er ihn in die Verantwortung, dass er den Garten "bebaute und bewahrte"(1. Mose 2, 15), d.h. kreativ zu gestalten und für die Zukunft zu erhalten.

So hätte der Mensch, zum Ebenbild Gottes geschaffen (1 Mose 1,27, zweifach formuliert), Gottes Herrschaft auf der Erde wahrnehmen können.

Aber das ging schief. Schon bei Adam und Eva, die aus dem Vertrauensverhältnis zu Gott ausbrachen, waren von nun an auf sich selbst gestellt. So lieferten sie sich allen Mächten und Gewalten schutzlos aus.

Die Weltgeschichte hat die Konsequenzen zu Tage gebracht, was es heißt, mit Gott im Rücken - oder auch ohne Gott -  das Leben anzugehen.

So wird im Neuen Testament die Folgerung gezogen: "...es ist hier kein Unterschied: Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollten" (Römer 3,23).

Der Mensch als Mann und Frau hat also seine hohe Stellung, seine Setzung durch Gott eigenmächtig verspielt und steht somit nicht mehr Gott voll zur Verfügung.

So sandte Gott seinen Sohn, Jesus Christus, in die Welt, der in der alleinigen Bindung an Gott sein Leben anging und verantwortete - mehrfach heißt es im  Neuen Testament, dass er keine Sünde getan hat (Johannes 8, 46; 2. Korinther 5,21; 1. Petrus 2,22; Hebräer 4,15) , also sündlos war. D.h. er war vor Gott der einzige Mensch, der ohne Sünde, Gottes Gerechtigkeit wahrmachte.

Darum hat Gott Jesus Christus, "der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt"(2 Korinther 5,21).

Das ist das Großartige, das Nicht- zu -Begreifende, dass Gott in seiner Liebe zu uns Menschen - von denen er nicht lassen will - seinen Sohn sandte und alle Schuld der Welt auf diesen Einen packte, das Gericht über die Sünde aller an ihm vollzog, ihn stellvertretend für uns in den Tod gab. Darum stirbt Jesus am Kreuz in der Verlassenheit von Gott.

Darum ist das: " Es ist vollbracht" die Wende der gesamten Welt- und Kosmos Geschichte! Weil Gott in Jesus Christus die Welt mit sich versöhnte, darum gibt es Leben, Frieden und Hoffnung für jeden, der es im Glauben annimmt.

So finden wir es bestätigt im Johannesevangelium: "Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben.   Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm"(Johannes 3,36).

Weil es nur diese Konsequenz geht: "glauben" oder "nicht gehorsam" sein, steht jeder Mensch in der Entscheidung: "das ewige Leben" haben oder "das Leben nicht sehen".

Im ältesten Evangelium, das uns vorliegt heißt es noch eindeutiger: "Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden"(Markus 16,16).

Die klare Aussage ist letztlich ein Ruf zum Glauben, um im Hier und Jetzt Gott in seiner Liebe zu entdecken und der Zukunft des Reiches Gottes gewiss zu sein.

Das ist Gottes unsagbares Geschenk an uns! Wir müssen nicht bis Karfreitag warten,

sondern dürfen schon heute leben in den Worten Jesu: "Es ist vollbracht!"

Siegward Busat