Aktion wird bis auf weiteres verlängert!

 

Herzliche Einladung zum Friedensgebet der christlichen Gemeinden des Stadtbezirks Dortmund-Eving

 

jeden Montag 18:00 Uhr

Platz neben Rossmann (ehem. Real), Evinger Str.

 

Der Krieg kennt keine Sieger!

Der Krieg kennt keine Sieger.

Die Sieger tragen die Verantwortung für Leid und Tod,

bei sich und den Besiegten.

Sie erfahren die Verachtung der Besiegten.

Sie verlieren Liebe und Zuneigung,

Vertrauen und Anerkennung,

Mitleid und Hilfsbereitschaft ihrer Mitmenschen.

So sind sie tatsächlich keine Sieger,

sondern ebenfalls Verlierer.

 

Ja, wir wissen und sehen, das Land, die Menschen, die angegriffen werden und unterliegen, erfahren großes Leid. Sie hungern, sie haben kein Wasser, keinen Strom!. Sie verlieren ihr Zuhause. Sie verlieren ihre Existenzgrundlage. Jeden Tag fürchten sie um ihr Leben und ihre körperliche Unversehrtheit. Jede Nacht sitzen sie in U-Bahnschächten und Kellern. Sie hören die Sirenen und Einschläge. „Ist es mein Zuhause, was gerade zerstört wird?“ fragt sich eine Frau, ihre beiden Kinder fest in beiden Armen.

Was ist mit den Menschen in Russland? Wie lange geht es ihnen noch gut, ihre Freiheit wird schon jetzt noch mehr eingeschränkt. Wie geht es ihnen mit dem Gefühl, dass ihre Regierung für Leid und Tod vieler vieler Menschen verantwortlich ist? Fühlen sie sich als Sieger?

Nein, der Krieg kennt keine Sieger!

Die Ukrainer sorgen sich um das Leben ihrer Familie, ihrer Verwandten und Freunde. Sie wissen nicht, wie es weitergehen soll. „Unsere Oma ist 92! Sie hat schon einen Krieg überlebt und jetzt das! Sie will nicht mehr in Kellern sitzen und bleibt einfach in ihrer Wohnung. Wird das gut gehen?“

Viele russische und ukrainische Familien sind verwandt, haben ihre Wurzeln in beiden Ländern. Müssen russische Soldaten auf ihre Verwandte schießen? Werden sie nicht über lange Zeit die Verachtung des ukrainischen Volkes spüren, auch wenn sie siegen?

Nein, der Krieg kennt keine Sieger!

Eine junge Frau berichtet: „ich habe unser Kind geboren. Die Geburtsklinik wurde beschossen, mein Mann konnte sein Kind nicht kennen lernen, er ist Soldat. Wird er es je kennen lernen? Eine Schwangere wurde schwer verletzt. Ich habe gehört, dass sie gestorben ist mit ihrem ungeborenen Baby.“ Die russischen Soldaten müssen leben mit dem Gefühl, werdende Mütter getötet zu haben. Ihre Bomben haben Menschen verletzt, getötet. Existenzen vernichtet! Für nichts! Wird ihre Seele das aushalten?

Nein, der Krieg kennt keine Sieger!

Eine Familie steht an der Grenze zu Polen, Frau, 2 Kinder, Ehemann. Die Mutter flüchtet mit ihren beiden Kindern nach Polen und verabschiedet sich von ihrem Mann, er darf nicht mit über die Grenze, er muss kämpfen. „Werden wir uns je wiedersehen?“, fragt sie sich. Eine über 90 Jahre alte Jüdin berichtet: „Ich musste vor den Nazis fliehen, und bin hier in der Ukraine gelandet, nun fliehe ich ein zweites Mal. Gerade die Russen müssten doch wissen, was Gewalt und Krieg bedeutet!“

Ein 13-jähriges Mädchen ist bei Freunden der Familie in Essen angekommen. „Meine Freundin aus Kiew hat mich gefragt, ob ich das Mädel aufziehen würde, wenn sie den Krieg nicht überlebt,“ berichtet die Freundin aus Essen.

Auch die russische Armee hat schon viele Tote zu beklagen. Kinder verlieren ihre Väter, Frauen ihre Ehemänner, Eltern ihre Söhne und vielleicht auch Töchter. Sie trauern, genau wie alle Betroffenen um ihre Lieben.

Nein, der Krieg kennt keine Sieger!

Der Krieg ist nah! Näher, als wir vielleicht denken. Da ist das Mädel hier in Dortmund in der OGS, das nur noch weint. Die Eltern, die Mutter aus der Ukraine, der Vater aus Russland, haben sich heftig zerstritten wegen des Krieges. Kinder einer 3. Klasse schauen gemeinsam Logo- Nachrichten. Da sagt ein Mädel mit russischen Eltern plötzlich laut: „Das sind doch alles Lügen, mein Vater versteht ja russisch und dort wird was ganz anderes gesagt!“ Alle anderen Kinder der Klasse sind entsetzt! Wie kann ihre Klassenkameradin Gewalt und Tod gegen Kinder wie sie es sind, ignorieren! Krieg reicht immer in alle Gesellschaften hinein! Er prägt die Generationen über viele Jahre!

Nein, der Krieg kennt keine Sieger!

 

Wir beten für den Frieden, wir beten für die Welt!

Wir bitten Dich, Gott: Erfülle unsere Sehnsucht nach Frieden, unsere Sehnsucht danach, dass kein Volk mehr das andere angreifen wird. Jeder wird in Frieden bei seinen Feigenbäumen und Weinstöcken wohnen, niemand braucht sich mehr zu fürchten! (Micha 4, 3-4)

Friede soll mit uns allen sein, Friede für alle Zeit!

Monika Berg