Jesus Christus: "Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe."  Matthäus 10,7       

 Wer kann das schon sagen und behaupten?

Der Blick in die globale Welt weist eher auf Weltuntergangsstimmung hin. Naturkatastrophen, Kriege, Hunger und Flüchtlingslager breiten sich aus.  Die Umweltverschmutzung zerstört zunehmend die Lebensmöglichkeiten aller in der Welt. Sexueller Missbrauch belastet das Leben vieler über Jahrzehnte. Unter zerbrochenen Beziehungen leben müssen, belastet bei der Arbeit und in der freien Zeit. Menschen erleiden den Tod auf den Rettungswegen in die westliche Welt. Die Sehnsucht nach einem vollen Leben, nach Sinn und Inhalt für den es sich zu leben lohnt, schreit uns auf allen Ebenen entgegen. Es ist der Ruf nach dem kommenden Himmelreich. Das ist es, was dran wäre: ein Himmel auf Erden, zu dem alle freien Zugang hätten. Wo es keine Angst mehr gibt. Wo die Sorgen für immer der Vergangenheit angehören. Keiner sich mehr vor dem Andern verstecken muss.

Wo jeder offen in ein Heute und Morgen hoffnungsfroh blicken kann. Wo das Recht jedem gewährt wird. Eine Welt, in der die Fülle des Lebens sich anbietet und garantiert ist. Eine Gegenwart, wo sich jeder frei entfalten kann, gleich welcher sozialen Schicht und Hautfarbe. Eine Welt, in der alle miteinander leben wollen und miteinander eine Gemeinschaft bilden, ohne dass der Einzelne seine Originalität und Persönlichkeit aufgeben muss. Eine Welt ohne Zwänge, Leiden und Tod. Ein Leben in Freiheit für jeden, ohne dass die Freiheit des Andern begrenzt wird.

In der Weltgeschichte ist eine solche Welt nie wahr geworden. Weder der Kommunismus, noch der Sozialismus, noch andere Gesellschaftskonzepte schafften die klassenlose Gesellschaft, in der alle finanziell und persönlich gleich gestellt waren. Auch Calvin mit dem Versuch, den Gottesstaat zu errichten, scheiterte zweimal. Alle menschlichen Bestrebungen erreichten nicht das selbst gesteckte Ziel. Sie alle ließen Gott mit seinen Plänen für die Welt außer Acht. Sie waren nicht bereit zuerst auf Gott und seine Entwürfe zu hören.  Sie akzeptierten nicht seine Geschichtsmächtigkeit und setzten sich über ihn hinweg. Was immer sie auch positiv und mit guten Motiven für die Menschheit erreichen wollten, sie wollten es aus eigenem Antrieb und nicht auf den Ruf Gottes.

Das wird erst anders mit dem Kommen Jesu in die Welt. Er ist es, der in Übereinstimmung  mit dem Willen Gottes und dessen Macht den Auftrag erteilt:

„Geht und verkündet“.

Er wendet sich an die Jünger, an Menschen, die sich ihm anvertraut haben, also wie wir heute sagen würden, an Christen. Von ihm informiert über Gott und die Welt, den Menschen und die Mächte, die in der Welt herrschen, können sie dem Auftrag nachkommen. Sie können als Augenzeugen sich auf den Weg machen; denn sie haben Jesus erlebt, wie er Kranke heilte, vom Teufel in Zwang gesetzte Menschen befreite, Tote buchstäblich ins Leben zurückholte und den Stürmen auf dem Meer entgegenstand.

Darin sahen sie den Anbruch des Reiches Gottes. D.h. es wird nicht alles beim Alten bleiben. Mit Jesus bricht das neue Heute der Zukunft Gottes auf Erden an. Nach Lukas sagt Jesus im Blick auf seine Person, sein Wesen, seine Worte und Taten: „sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch“ (Lukas 17,0).

So kann Jesus die Jünger, heute würden wir sagen, die Christen in die weite Welt schicken, zu allen Menschen mit der Aussage: „Das Himmelreich ist nahe“.

Es ist nahe bei den Menschen in der Person Jesu und bei den Christen, die in seinem Auftrag reden und handeln. Es ist die Macht Jesu, die in Worten und Taten der Christen immer wieder zur Entdeckung der Größe Gottes führt. Es sind die Gebete, die erhört werden. Es sind die Worte, die Klarheit zwischen Wahrheit und Lüge bringen. Es sind auch Wunder Gottes, die durch Christen vollzogen werden. Es sind Worte Jesu, die im Bezeugen durch Christen auch aus dem Bereich des Satanismus retten und herausführen. Es sind Worte Gottes, die jetzt schon freisetzen, auf einer weiten Ebene zu leben, gelassen und mutig das Heute und Morgen anzugehen. Es ist das Miteinander von Christen, in denen sie die Nähe Jesu erfahren. Es sind die Worte der Bibel, die Christen einem andern zusprechen. Es sind die Worte Jesu die Hoffnung und Mut machen, das eigene Leben auch unter Beeinträchtigungen durchzuhalten.

Das, was jetzt auf Erden schon im Glauben an Jesus Christus erfahren wird, ist aber erst ein Anbruch des Reiches Gottes. Dieses steht noch aus. Als Christen bitten wir im Vater – Unser darum. Es wird kommen und alle unsere Vorstellungen und Bilder übertreffen; denn Gott hat versprochen:

„Siehe ich mache alles neu“ (Ofenbarung 21,5).

„alles neu“ meint eine neue Wirklichkeit, die umfassend all unser Denken und Reden weit in den Schatten stellt. Dieses kommende Reich Gottes ist in seiner Größe, seiner Macht und umfassenden Herrlichkeit mit unseren Vorstellungen nicht zu fassen. Was jedoch schon jetzt  aussagbar ist – und das macht das „alles neu“ im Wesentlichen aus:

„Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein. Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen“                           

(Offenbarung 21, 3 – 4).

Dieses schon in der Gegenwart anbrechende Reich Gottes gilt es zu bezeugen; denn es hat eine volle Zukunft.

Siegward Busat