"Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne
und nehme doch Schaden an seiner Seele
.
"
                                          Matthäus 16,26        

 

Der Wert unserer Welt ist in Zahlen vielleicht berechenbar, doch geht die Aneinanderreihung der Zahlen fast ins Unvorstellbare.

„Ein US-Astronom hat den Wiederbeschaffungswert von Planeten berechnet. So kostet die Erde etwa das Vielfache von dem, was der Mars kosten würde...

5 Billiarden US-Dollar – also eine 5 mit 15 Nullen. Diesen Wert hat der amerikanische Astronom Greg Lauglhin für die Erde errechnet. Dagegen geht der Mars (Preis 15000 Dollar) als echtes Schnäppchen durch. Mit einer komplizierten Formel hat der Planetenforscher von der Universität Santa Cruz den Wiederbeschaffungswert eines Planeten bestimmt, auf dem Menschen überleben können. In die Rechnung fließen unter anderem die Masse eines Planeten, die Temperatur auf seiner Oberfläche und die Entfernung zur Sonne ein. Hinter der kuriosen Formel steckt ein praktisches Problem: Mit modernen Teleskopen entdeckten Astronomen eine Vielzahl von erdähnlichen Planeten – und müssen entscheiden, bei welchen Kandidaten die weitere Erkundung lohnt. 

Allerdings gibt es für den Wert der Erde eine viel einfachere Rechnung. Schließlich bilden sich Preise in einer Marktwirtschaft über Angebot und Nachfrage. Und da wir nur einen Planeten haben, ohne den wir auch keinen Handel betreiben und Preise bilden könnten, bleibt die Erde schlicht unbezahlbar.“   (https:// handelsblatt. Com/tecnik… 16.8.2009)

Das ist schon ein unfassbarer Wert, den ein Mensch nie zusammen bekommen kann. Auch kann er diese Erde, unsere Welt oder soll ich den Kosmos noch mit einbeziehen, nicht wirklich für sich einnehmen. Dann wird deutlich, dass kein Mensch die Welt gewinnen kann – und wenn schon, was sollte der kleine Mensch gegenüber dem großen Unverfügbaren schon damit anfangen?

Aber dennoch hat diese Welt viele Reize, für die es sich zu leben scheint. Erstrebenswert ist es immer wieder: Macht, Geld und Sex in ausreichender Weise sich zu leisten. Wo einer Geld in Fülle hat, übt er leicht Gewalt aus. Macht haben im großen oder kleinen Stil, verspricht jedem mehr Erfolg. Wer Erfolg hat, kann sich vieles leisten, auch im Umgang mit anderen. Dabei werden leicht mitmenschliche Grenzen überschritten, wenn es um Mein und Dein, Recht und Unrecht, Treue und Affären geht. Der einzelne Mensch macht sich dann leicht zur Mitte, an der sich alle anderen auszurichten haben.

Schon im Neuen Testament wird das Wesen dieser Welt zur Sprache gebracht; „Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt“ (1. Johannes 2, 17). Es ist das unaufhaltsame Begehren des anderen Geschlechtes in unverantwortlicher Weise. Es geht um das Berauschtsein an der Natur und vielfältigen Kultur. Es zeichnet Menschen, die sich immer oben wissen und alle anderen belächeln, unterdrücken oder sich zu eigen machen.

Anders gesagt, Menschen, die vom gottlosen Wesen der Welt sich bestimmen lassen und danach ausrichten, verpassen hier ihr wirkliches Leben und ihre Zukunft einst bei Gott. Wer nur auf die Dinge dieser Welt aus ist, wird von andern nicht groß geschätzt, verliert Vertrauen , fällt in Lügen und rutscht in die Einsamkeit. Mag sich mancher dabei noch so wichtig nehmen und sich im Übermut wälzen, er verfällt letztlich der Selbsttäuschung und einst der Verwerfung durch Gott.

Darauf weist Jesus schon warnend hin: „und nehme doch Schaden an seiner Seele. Mit der Seele meinen wir das innerste Ich, mit dem wir immer im Austausch sind. Das Ich, das sich gesund im Frieden entfalten will. Das Ich, dass sich keine Gewissensbisse leisten kann. Doch zu diesem Ich braucht es immer auch das Du der Menschen und das Du Gottes. Ohne dieses andere Du findet der Mensch nicht zu sich selbst. Ja, er braucht das andere Du; denn gesunde Entfaltung unseres Lebens und ein Aufatmen unserer Seele ist nur im guten vertrauten Miteinander der Menschen möglich.

Da das erfahrene Du der Menschen immer ein begrenztes Du ist, in seiner inneren Erreichbarkeit und mit seinen Möglichkeiten, brauchen wir immer das Du des unbegrenzten Gottes. Erst in der gelebten persönlichen Beziehung mit Gott, dem Vater Jesu Christi, kommt unsere Seele zur inneren Ruhe. Da finden wir den Sinn unseres Lebens, fassen Hoffnung und erhalten Mut, den Alltag anzugehen und in Krisen durchzuhalten. Ohne diese Gottesebene im Leben verfällt der Mensch den Machtstrukturen der gottlosen Welt, leicht satanischen  Mächten und der Selbstverwerfung bis hin  zur Verzweiflung an sich selbst.

Jesus Christus bestätigt damit, was wir im Anfang der Bibel lesen: „Da machte Gott der Herr den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen“  (1. Mose 2,7). D.h. der Mensch ist in die vertraute und unentrinnbare Beziehung zu Gott gesetzt. Erst in diesem Miteinander mit Gott und Jesus Christus kann er sein Leben in der sich immer weiter von Gott entfernenden Alltagswirklichkeit verantwortlich gestalten und seine Seele findet Frieden und Ruhe. D.h. er ist von einer inneren Gewissheit getragen: Mit Gott kann ich über Mauern springen; denn Gott ermöglicht es, Grenzen zu überwinden.

Ja, so  können Menschen in der Dunkelheit versuchter gelebter Sinnlosigkeit, andern Lichtzeichen der Hoffnung setzen. Das macht innerlich froh und frei!                

Das ist unsagbar mehr als das, was das Wesen dieser Welt uns vorgauckelt.

Siegward Busat