"Gott ist treu."                                          1. Korinther 1,9       

Ich denke an einen alten Mann zurück, inzwischen 84 Jahre alt. In jungen Jahren lernte er seine Frau kennen, jung und schön.  Beide zeichnete eine gute Gesundheit aus. So konnten sie nach Ausbildungen in Ostasien arbeiten. Was sie in jungen Jahren bewegte, konnten sie hier ausleben und mit anderen gestalten. Es war der Glaube an Jesus Christus, den sie andern in Worten, Verhalten und Taten weitergeben wollten. Und sie haben es getan, jahrzehntelang. Dabei waren sie finanziell nicht abgesichert. Nur was die Missionsgesellschaft durch Spenden einnahm, wurde an die Mitarbeiter ausgezahlt. Oft waren sie am Rande des Finanziellen, wenn nicht ihre Eltern mitfinanzierten.

Aber Gott half ihnen in allen Situationen hindurch. Mit ihren zwei Töchtern lebten sie in der Fremde, die ihnen zur neuen Heimat wurde. Schließlich durch das Alter bedingt, kamen sie in ihre alte Heimat zurück. Ihr Herz jedoch hing an den Menschen in Ostasien. Dem Evangelium blieben sie ihnen gegenüber weiterhin verpflichtet. So engagierten sie sich nicht nur in der örtlichen Gemeinde, sondern setzten sich für die christliche Literatur für Ostasiaten ein. Sie nahmen Kontakte mit chinesischen Restaurants auf, um so das Evangelium unter die Ostasiaten zu bringen. Nun sind sie vom Alter gezeichnet. Sie liegt seit Jahren halbgelähmt im Pflegeheim. Er ist noch in seiner Wohnung – und er geht sie jeden Tag drei Stunden lang besuchen. Bei gutem Wetter fährt er sie im Rollstuhl ins Grüne. Wenn das Wetter es nicht zulässt, haben sie im Rückblick sich manches zu erzählen und stellen sich den Fragen der Gegenwart. Dabei sind sie bestimmt von der Hoffnung auf das kommende Reich Gottes. Dort gibt es Leben ohne Begrenzungen, in der Fülle, die Gott auf ewig gewährt.

Wenn ich an diese Beiden zurückdenke – sie waren vor mehr als 15 Jahren bei uns in der Gemeinde – kann ich nur staunen, wie sie in Treue auch jetzt zusammenhalten und den Alltag nach ihren Möglichkeiten gestalten. In ihrem Leben gingen sie gemeinsam durch Dick und Dünn, in guten, erfolgreichen Zeiten und auch in manchen starken Herausforderungen. Sie hielten zusammen - und auch jetzt im Alter lassen sie einander nicht los. Das ist Treue, Verlässlichkeit und permanente Kontinuität. Wer von uns wünschte sich nicht ein solches lebenslanges Miteinander, das von Herzen bewegt ist und sich in der auch leidvollen Alltäglichkeit erweist.

Wenn sich Treue schon so im Leben von Menschen zeigt

– auch wenn es in unserer Zeit noch kaum ein anzustrebendes Ziel zu sein scheint, da die meisten immer nur auf das gegenwärtige Glück aus sind und keine Belastungen ertragen wollen -,
so ist das mit der Treue Gottes noch in weit größerem Ausmaß wahr.

Nach der Sintflut über die gottlose Menschheit, setzte Gott den Regenbogen  mit der Zusage;
„Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“ (1 Mose 8,22).
Bisher hat Gott zu dieser Zusage an Noah gestanden. Das enthebt uns aber nicht, sich ernsthaft den Aufgaben des Klimawandels zu stellen.

Blicken wir weiter in die Geschichte zurück, so hat Gott seine Zusage an Abraham wahrgemacht: „…in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden“ (1. Mose 12,3). Daran hat Gott festgehalten. Er sandte Jesus in das Volk Israel zum Segen für de ganze Welt. Und Jesus bestätigte es durch seine Aussage: „Das Heil kommt von den Juden“ (Johannes 4, 22). So sandte Jesus die Jünger zuerst zu den Juden. Erst der Auferstandene schickt seine Leute in alle Welt: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin in alle Welt … (Matthäus 28, 18 – 19). So kommt die Liebe Gotte zu allen Menschen. Wohlgemerkt, die ersten Jünger waren Juden. Selbst Paulus, der Heidenmissionar, gehörte zum jüdischen Volk. - Erstaunlich, wie Gott sein Wort im Blick behält.

Paulus ermutigt die Heidenchristen in Philippi : „… ich bin darin guter Zuversicht, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu“ (Philipper 1,6). So steht Gott unvergesslich zu seinem angefangenen Werk im Leben eines bewussten Christen .

„Gott ist treu“. Das bestätigt Paulus in seinem Dankgebet für die Christen in Korinth. Er weist auf die Geschichte Gottes mit den Menschen.  Betont wird dabei für die Christen in Korinth, dass auch die Heiden in seinem Heilsplan fest eingeschlossen sind. Aus dem Zusammenhang ergibt sich, dass Gott in seiner Treue Christen „festmacht“, gemeint ist, bis ans Ende, genannt „der Tag unseres Herrn Jesus Christus“, „untadelig“ 1. Korinther 1,8) bewahren will.

So erweist sich die Treue Gottes:

            im Bewahren der Schöpfung bis zum von ihm gesetzten Zeitpunkt;

            in der Beauftragung Israels für die ganze Welt;

            im Leben der Heidenchristen, die nun auch das Heil der Juden erleben.

Diese Treue Gottes ist in der Geschichte immer wieder bis heute bezeugt.

Sie wird uns zu Beginn eines neuen Jahres zugesprochen.

Auf diese Treue Gottes dürfen wir uns ganz einlassen, auch wenn Vieles im neuen Jahr dagegen aufschreit und sich behaupten will. 

Gott steht zu seinem Wort!

Er kommt mit seiner Welt, die er liebt, zum Ziel!

  • Und auch mit uns, wenn wir uns bei ihm festmachen!

 

Siegward Busat.