Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich                                          1. Korinther 15,42       

 

Der Mensch ist schon ein Wunderwerk Gottes!

Man denke nur einmal an das Auge.  Es ist nicht nur schön, ob blau, braun oder grün. Es funktioniert weit besser als jede Filmkamera. Das Licht fällt von außen „durch die einzelnen Bauteile des Auges: Hornhaut, vordere Augenkammer, Pupille, Linse und Glaskörper – bis auf die Netzhaut, Dort wird das Licht gebündelt – es entstehen Bilder.“

Denken wir einmal an die chemische Fabrik in uns, die Leber. „Mit ihrem Gewicht von weit über einem Kilogramm“ ist sie „das größte und schwerste Organ in unserem Körper. Sie bestimmt maßgeblich unser tägliches Wohlbefinden, da sie das zentrale Organ für unseren Stoffwechsel darstellt. Annähernd 2000 Liter Blut werden jeden Tag durch die Leber gepumpt – das entspricht 1,5 Liter Blut pro Minute. Das bedeutet, dass das gesamte Blutvolumen auf täglich 350 bis 500 Mal durch die Leber fließt…   

Die Leber fungiert als: Speicherorgan, Stoffwechselorgan, Entgiftungsorgan, Ausscheidungsorgan, Kontrollorgan und als Drüse.“

Dann erst das menschliche Gehirn. „…es ist ein sehr komplexes Gebilde. Es besteht aus sehr vielen Bauteilen…“ und „diese habe(n) jeweils ihre ganz speziellen Funktionen, die das menschliche Gehirn so einzigartig machen. Alle Teile arbeiten zusammen, jedes mit seinen eigenen Spezialitäten, und das macht die gesamte Funktionsweise des menschlichen Gehirns so bedeutend.“

Das alles spricht für die Kreativität und Schaffenskraft des Schöpfers, der sich so in den Menschen investiert hat, damit der Mensch den Garten Eden „bebaute und bewahrte“ ( 1 Mose 2,15). Mit dem „bebaute“ ist die schöpferische Gestaltung der Erde gemeint; mit dem „bewahrte“, dass er darauf achte, dass diese Welt eine bewohnbare Erde für Mensch und Tier bleibt.

Von diesem Wunderwerk Gottes Mensch heißt es nun:

„Es wird gesät verweslich“. D.h. der Mensch - trotz seiner unbegreiflichen großartigen Ausstattung durch Gott - ist der Vergänglichkeit unterworfen. Er hat seinen Platz nicht für immer in der Welt   – und das wäre ja eine schwere und nicht zu ertragende Last, bedenkt man das Miteinander im Kleinen des Alltags und im Großen der gesamten Weltgeschichte. Wer wollte eine solche Lebensweise von Angst und Schrecken, mit Schuld und Schicksal für            immer durchhalten wollen und können?

Nach dem die Menschen mit der guten Gabe Gottes, mit Geschlechtlichkeit, beschenkt sind, sind sie so nur für diese Welt bestimmt. Das belegt auch die Aussage Jesu im Neuen Testament: In der neuen Welt Gottes werden die Menschen den Engeln gleich sein – also geschlechtslos. D.h. sie waren noch  einem Verwandlungsprozess ausgesetzt, um in Gottes neue Welt zu gelangen. Jedoch durch das Misstrauen Gott gegenüber am Anfang der Menschheit – und wer konnte sich je in der Geschichte davon freisprechen – ist jeder Mensch in Schuld und Schicksal verstrickt und muss sterben. Er kommt erst durch den Tod zu neuer Existenz.

„gesät verweslich“ weist also auf den Menschen als schwaches Geschöpf hin, auf seine Kläglichkeit und auch Jämmerlichkeit, auf seine Gebrechlichkeit, Versuchlichkeit und Vorläufigkeit. Er ist schon eingebunden in eine neue Zukunft, die Gott dem Menschen zu teil werden lassen will. Darum ist es für den Menschen wichtig, sich nicht im Hier und Heute des Schaffens und des Vergnügens gottlos sich zu verlieren.

Wie gut ist es, dass mit dem „gesät verweslich“ das Zeugnis des Paulus nicht aufhört. Er spricht von Auferstehung. D.h. jeder wird durch den Tod hindurch von Gott gerufen zu neuer Existenz: „und wird auferstehen unverweslich“.

Das „und“ bestätigt den Zusammenhang: „verweslich“ – „unverweslich“. Der Mensch wird also mit seinem „Ich der Persönlichkeit“ und „neuer Leiblichkeit“ ausgerüstet werden.

Bei der neuen Leiblichkeit haben wir keinen anderen Anhalt als an den vom Tod leibhaft auferstandenen Jesus zu denken. Er hat nach den Aussagen der Augenzeugen eine neue Leiblichkeit, die nicht mehr an Raum und Zeit gebunden ist und jede Materie für ihn durchlässig macht. Paulus schreibt den Philippern im Neuen Testament: „Jesus Christus, der unseren geringen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann“(Philipper 3, 21).

Es ist ein neuer Leib, der die Gebrechen und Schwachheiten, das Leiden und Sterben dieser Welt nicht mehr kennt. Es ist ein von Grund auf neuer Leib – von uns noch nicht überschaubar, noch beschreibbar – der auf ewig, für immer in voller Entfaltung dem Menschen zugedacht ist. Ein Leib, der mit Kraft und Schaffenskraft ohne Ermüdung ausgestattet ist. Der Mensch kann dann mit seiner Persönlichkeit im neuen Leib in voller innerer Überzeugung Gott loben und anbeten. Er wird Gott aus Dankbarkeit unbegrenzt dienen können.

Das macht die Freude des Christen aus, der aufgrund des Glaubens an Jesus Christus dieser Zukunft gewiss sein kann – und den Unannehmlichkeiten, den Unsicherheiten durch Krankheit und Krieg ins Gesicht schaut.

Diese Welt bleibt für alle nur Vorläufigkeit, wie stark sie uns auch herausfordert. Als Christen stellen uns den Aufgaben dieser Welt und leben in der Hoffnung auf Gottes neue Welt. Wie gut, dass sie noch aussteht!

 

Siegward Busat.