Jesus Christus: „Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.   Lukas 10,20

 

Ich bin froh, dass ich leben kann. Die Schönheiten der Schöpfung sehe ich: Berge und Seen, Täler und Flüsse, Sonne und Wolken, Blumen, Pflanzen und Bäume, Tiere in Groß und Klein – und viele Leute in ihrer Verschiedenheit. Ich erfahre in Begegnungen mit Menschen: ihre Geschichten, ihre Prägungen, ihre Motivationen, ihre Vorstellungen und Wünsche im Blick auf die Zukunft. Im Miteinander von Groß und Klein kann ich mich einbringen, kann mein Heute gestalten - und bleibe so nicht der Einsamkeit ausgeliefert.

In jungen Jahren erschreckte mich eines Abends der Gedanke: Was wäre eigentlich, wenn das alles nicht wäre? Wenn es nichts gäbe: Überhaupt keine Welt, in der wir leben, kein Universum mit Mond, Sternen und anderen Himmelskörpern? Insgesamt keine Schöpfung, keine Mächte und keinen Schöpfer? Wenn alles Nichts wäre und Leben jeglicher Art nicht vorkommen würde? Dann wäre ich nicht nur ausgeschlossen von allem; denn es gäbe weder mich noch anderes Leben. Die Frage: Was dann wäre, bliebe bis heute unbeantwortet. Letztlich nur Nichts, was auch ein Nichts im weitesten Sinn – wenn es den gäbe – bedeutet.

Wie froh bin ich, dass ich da sein kann. Aufgrund meiner Anlagen und Grenzen das Leben angehe, das Heute gestalte und auf Zukunft aus bin.

Dazu kommt das Wissen, nichts passiert von selbst. Wie ein Fernsehgerät mit seinen vielen Einzelheiten nicht einfach eine Menge von Material ist, sondern das Ergebnis eines Fachmanns, der mit seinem Geist alles entworfen und in Auftrag gegeben hat, so ist diese Schöpfung im Insgesamt – man denke nur einmal an die Naturgesetze - ein Ausdruck der Liebe Gottes zur Welt – wie immer sie auch von Menschen wahrgenommen, vernachlässigt,  gestaltet oder auch zugrunde gerichtet wird. Was muss das für ein unbegreiflicher Gott sein, der in mühevoller Kleinarbeit für den Menschen eine solche wunderbare Welt selbstlos ins Leben rief und schuf.

Das ist noch nicht genug. Aus den Psalmen des Alten Testamentes erfahre ich, dass ich in den Gedanken Gottes vorkam. Dort finden wir die Mitteilung: “Deine Augen sahen mich, da ich noch nicht bereitet war und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen noch keiner da war“ (Psalm 139,16). Also, ich als Mensch, komme in den Gedanken Gottes vor. Er hat mich gewollt und geschaffen, auch wenn Menschen daran beteiligt waren.
D.h. ich bin geschaffen: ein Teil der Schöpfung Gottes

Nun aber lebe ich als Mensch in dieser Welt, in der Menschen sich auf ihre Weise verstehen und verwirklichen. Da gibt es weltweit Hunger, Kriege, Ungerechtigkeiten, Hass, Gewaltdemonstrationen und Unmenschlichkeiten, die zum Himmel schreien. Da geraten Menschen immer wieder in Auseinandersetzungen und Streit. Da kommt keiner, ohne an anderen schuldig zu werden, vorbei. Da versucht man auf der juristischen Ebene alles zu bewältigen. Wie immer das auch gelingen kann, die Belastung des Gewissens bleibt. Schuld – was immer sie auch zum Inhalt hat - kann nicht weggeredet werden. Das Gewissen kommt so nicht zur Ruhe und schreit uns im Alltag an. Darum bleibt die Frage: Wie werde ich fertig mit meiner Schuld? Darauf gibt uns das Neue Testament Antwort. Wir lesen: „…wird…das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unsere Gewissen reinigen von den toten Werken zu dienen dem lebendigen Gott“ (Hebräer 9,14). Also durch das stellvertretende Leiden und Sterben Jesu hat er uns den Weg zu Gott freigemacht. So gibt es für jeden, der zu Jesus betet und seine Schuld bekennt, Vergebung der Sünden und zugleich eine neue Ausrichtung des Lebens zum Dienst für Gott. Mit anderen Worten gesagt:
D.h. ich bin erlöst: ein Leben in der Versöhnung mit Gott

Auf diesem Weg mit Jesus, dem Herrn der Welt, erfahren wir Veränderungen in unserem Leben und zeichenhaft in der Welt. Doch das reicht alles noch nicht aus. Wir bleiben, in dem wir uns an Jesus Christus orientieren, lebenslang Lernende im Dienst für Gott in der Welt. Manches kann erreicht werden, vieles bleibt ungeschehen. Dabei leiden wir in den Tatsächlichkeiten dieser Welt und sehnen uns nach der Verwirklichung der Herrschaft Gottes. Auf diesem Weg sagt Jesus: Auch wenn die Belastungen in dieser Welt euch bedrücken oder ihr über eure Erfolge euch freuen könnt, so ist das nicht bestimmend für euren Gemütszustand. Eure Freude besteht darin, nicht nur grundsätzlich sondern alltäglich, dass ihr bei Gott im Himmel verzeichnet seid, also in der Computerliste des Reiches Gottes steht. 
D.h.  ich bin gewiss der Zukunft bei Gott:  ein Bürger des zukünftigen Reiches Gottes.

Welch ein Grund zur Freude; denn aus Gottes Sicht:    -  bin ich geschaffen, kann erlöst sein, werde vollendet werden.

Welch ein unbegreifliches Geschenk Gottes an mich:   -     Schöpfung – Erlösung – Vollendung!                                                 

Kann es mehr geben? Ich kann nur staunen und Gott loben!

 

Siegward Busat.