"Wie es dir möglich ist:  Aus dem Vollen schöpfend – gib davon Almosen!  
Wenn dir wenig möglich ist, fürchte dich nicht, aus dem Wenigen Almosen zu geben.
"
                                          Tobias 4,8       

 

Dieser Satz stammt nicht aus der Luther – Bibel, sondern gehört zu den Schriften, die zwischen dem Alten und Neuen Testament entstanden sind. Nach Luther sind sie nicht den heiligen Schriften der Bibel gleichwertig, aber doch sinnvoll zu lesen und zu bedenken.

Es geht um Almosen. Gemeint sind kleinere Spenden, Geldbeträge oder auch Materialien, die aus dem herzlichen Erbarmen den Bedürftigen gegenüber zum Ausdruck kommen. Der Begriff „milde Gabe“ ist dafür passend. Er bringt zur Sprache, dass jeder dem Bedürftigen, Armen, Elenden… gegenüber eine Verpflichtung hat. Ist schon und letztlich alles, was ein Mensch hat und ihm zur Verfügung steht, ein Geschenk Gottes an ihn, so kann er an dem Notleidenden sich nicht mehr vorbei mogeln. Immer ist Gott der Schöpfer aller Menschen. Ihm liegt daran, dass alle Menschen mindestens das Notwendige zum Leben und zur sinnvollen Lebensgestaltung haben. Wird es in dieser Welt auch immer Reiche und Arme geben – das hat in der Weltgeschichte keine Gesellschaftsordnung zu ändern vermocht – so ist doch jeder dem Mitmenschen verpflichtet.